Fahrt Frei! Demo

Am Samstag den 16. Mai wurde anlässlich des Bundesaktionstages des Freiwilligen ökologischen Jahres eine Demo unter dem Motto „Fahrt Frei!“ in Berlin veranstaltet.

Freiwilligendienstleistende erhalten für ihre vollzeitliche Unterstützung der Gesellschaft nur ein kleines Taschengeld, im Durchschnitt zwischen 200-600€ im Monat, wovon Essen, Miete und der Weg zur Einsatzstelle bezahlt werden müssen. Sie bekommen aber keine allgemeine Vergünstigung des Deutschlandtickets.

Daher fordern wir ein kostenloses Deutschlandticket für alle Freiwilligen, damit alle Menschen, die ein FSJ, FÖJ, BFD oder einen anderen Freiwilligendienst leisten, ihre Einsatzstelle zuverlässig, bezahlbar und klimafreundlich erreichen können.

Zusätzlich fordern wir den Ausbau von Nah- und Fernverkehr, damit auch Freiwlligen aus ländlichen Regionen die Chance haben die Verkehrsmittel zu nutzen.

Auch du kannst helfen! Unterschreibe unsere Petition!

Wir haben als BFD Sprechende auch an der Demo teilgenommen, um unsere Forderungen laut zu machen.

Hier könnt ihr Phies Rede nachlesen:

Es ist 8 Uhr morgens und wir sitzen in der allerersten U-Bahn Richtung Dortmund Hbf. Zu zweit auf dem Weg nach Berlin.

Wir beide sind zwei von etwa 30 tausend BFDlern in ganz Deutschland. Zwei von fast 100 Tausend Menschen in Deutschland, die jährlich einen Freiwilligendienst machen.
Wir alle leisten tagtäglich wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft in den unterschiedlichsten sozialen, kulturellen und ökologischen Bereichen. Unser Engagement ist maßgeblich für eine demokratische und lebendige Gesellschaft!

Doch Anerkennung und Wertschätzung ist am Ende des Monats genauso wie unser Taschengeld, leider viel zu niedrig.

Das ICE Ticket nach Berlin? Nicht bezahlbar von unserem Bufdi Gehalt.

Also pendeln wir stattdessen die 9 Stunden im Regionalverkehr mit dem Deutschlandticket.

Während sich unser Land kriegstüchtig macht und Soldaten kostenlos Bahn fahren, blechen wir monatlich 15% des Taschengeldes für ‘nen mageren Regionalverkehr.
Wem machen wir hier was vor? Für „die da oben“ war ein Dienst an der Waffe schon immer mehr Wert als ein Dienst für unsere Gesellschaft.

Wenn ich mich im überfüllen Regionalzug so umsehe, finde ich andere Leute auf dem Weg nach Berlin, zu Familie, Freunden, Arbeit, Freizeit, Vergnügen

Und ich packe meinen Koffer und nehme mit: Ein Deutschlandticket.
Ein Deutschlandticket und ein bisschen Hoffnung.
Die Hoffnung, dass heute die Bahn doch bitte einmal pünktlich sei, der Anschluss nicht ausfalle und man einmal ohne Verspätung am Ziel ankomme.

Weil die Bahn kaputt gespart und seit Jahrzehnten Kapazitäten statt auf- doch nur abgebaut werden.
Oben drauf kommt auch noch die Bahnreform 1994, seit dem die Deutsche Bahn als privatwirtschaftliches Unternehmen handeln muss. Heißt Profit steht nun an erster stelle. Und das ist für uns alle spürbar.

Deshalb stehen wir hier, trotz 40 Stunden Woche, nach über 8 Stunden Zugfahrt.

Weil wir eine einheitlich organisierte, verstaatlichte Bahn wollen, den Ausbau des des Schienennetzes, auch in den ländlichen Regionen Deutschlands. Investitionen in Personal und Infrastruktur.
Wir fordern Freie Fahrt für Freiwillige.

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